Fachliches

Die Phasen der Französischen Revolution erarbeiten – Ein Unterrichtsvorschlag unter der Lupe

In Niedersachsen behandelt man u.a die Französische Revolution im siebten Jahrgang im Gymnasium. Da dies vor ein paar Jahren noch in Klasse acht behandelt wurde und nun nach vorne rückt, ergibt sich zunehmend ein Problem hinsichtlich der Komplexität dieses Themas für siebte Klassen. Aus diesem Grund muss reduziert und vereinfacht werden, welches natürlich die Aufgabe von uns Lehrkräften ist. In diesem Zusammenhang helfen uns auch diverse Schulbücher und so nahm ich einen Vorschlag aus unserem Schulbuch an, um die einzelnen Phasen der Revolution den Schülern näher zu bringen. Wie dies genau aussah und welche Tücken dieses Vorgehen hat, werde ich euch in diesem Beitrag erläutern.

Das Vorgehen – Die einzelnen Phasen gruppenteilig bearbeiten lassen

Unser Schulbuch „Zeiten und Menschen 3“ schlug ein gruppenteiliges Vorgehen vor, welches ich als durchaus angemessen empfinde, um somit die Komplexität auf ein Minimum zu reduzieren. Hierzu wurde die Revolution in 4 Phasen aufgeteilt:

  1. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
  2. Von der Monarchie zur Republik
  3. Die Zeit des Terrors und der Angst
  4. Das Ende der Revolutionszeit – Napoleon wird Kaiser

Die einzelnen Phasen bearbeiteten nun also die eingeteilten Gruppen. Da vier Phasen auf knapp 30 Schüler gerechnet sehr große Gruppen ergeben würden, entschied ich mich, die jeweiligen Phasen doppelt zu besetzen, um immer noch einmal eine Kontroll- bzw. Zweitgruppe zu haben. Warum sich dies später als gewinnbringend herausstellte, erläutere ich nachfolgend.

Jeder Phase wurden historische Fragen zugewiesen, welche die Gruppen mithilfe des mitgelieferten Materials bearbeiten mussten. Hierbei handelte es sich um eine Mischung aus Sachtexten, Quellen, Schaubildern und Online-Codes für nähere Informationen. Zusätzlich konnten sie sich als Hilfestellung bei mir nach nützlichen Erklärvideos informieren, welche ich im Vorfeld herausgesucht hatte. Alternativ kann man diese auf vorbereiten ABs als QR-Code bereithalten. Somit bestand die Herausforderung darin, das vielfältige Material hinsichtlich der aufgeworfenen historischen Fragen auszuwerten. Zusätzlich haben alle meine Schüler für alle wichtigsten Quellen und Sachtexte sowie Schaubilder Kompetenzkarten in ihren Mappen, welche ihnen das Auswerten dieser erleichtern. So konnte jeder Schüler auf seinem Niveau das Material bearbeiten. Für weitere Fragen stand ich jederzeit zur Verfügung.

Das Ziel – Ein Galeriegang soll entstehen

Ziel dieser größer angelegten Gruppenarbeit war es, einen Galeriegang durchzuführen, in dem die anderen Schüler sich über die Ergebnisse der anderen Gruppen informieren und diese dokumentieren konnten. Um dies durchzuführen, benötigte es im Vorfeld eine übergeordnete historische Frage, die dann im Anschluss an den Galeriegang beantwortet werden konnte. Im Vorschlag des Buches war diese vorgegeben, sie kann aber genauso gut aus dem zuvor entstandenen Unterrichtszusammenhang gemeinsam entwickelt werden.

Um ihre Ergebnisse festzuhalten, sollten die Schüler ein Plakat gestalten, konnten aber auch hier frei in ihrer Art der Präsentation sein, sodass neben Plakaten auch gerne digitale Präsentationsformen gewählt werden konnten.

Was es zu beachten gilt

Um diese Gruppenarbeit gut vorzubereiten, sollte man als Lehrkraft zuvor sämtliche im Schulbuch vorgeschlagene Materialien genau durchlesen und mögliche Schwierigkeiten aufdecken. Einigen Quellenauszüge enthielten bspw. schwierige Wörter oder Ausdrücke, welche einer Erklärung bedurften. Um die Eigenständigkeit der Schüler zu fördern, erlaubte ich ihnen, zunächst mit ihrem Smartphone zu googeln und mir ihre Ergebnisse mitzuteilen, sodass ich final einen Überblick hatte, ob sie alles richtig verstanden hatten. Dies lief erstaunlich gut. Weiterhin konnten sie die Möglichkeit nutzen und in unsere Schulbibliothek gehen, um dort nach weiteren Informationen zu recherchieren.

Zudem ist es wichtig, die Methode des Galeriegangs mit den Schülern im Vorfeld zu besprechen. In meinem Fall enthielt das Schulbuch eine Methodenseite, welche wir gemeinsam durchgegangen sind. So wussten sie genau, was von ihnen gefordert ist. Solltet ihr so etwas nicht bereits haben, wäre es gut, wenn ihr ein Methodenblatt vorbereitet. Meistens kopiere ich dies in einer anderen Farbe als auf normales weißes Papier, damit die Schüler verstehen, dass dieses Blatt besonders wichtig ist (VIP = very important paper).

Außerdem müsst ihr genug Zeit für die Gruppenarbeit einplanen (1-2 Doppelstunden).

Die Durchführung

Um die Durchführung des Galeriegangs möglichst strukturiert zu gestalten, solltet ihr entweder für ausreichend freie Wandflächen oder große Pinnwände sorgen, auf denen die Schüler ihre Plakate aufhängen können. Verteilt die Plakate gut im Raum, damit die einzelnen Schülergruppen genug Platz beim Herumgehen und Präsentieren haben. Gebt eine Zeit für die einzelnen Präsentationen vor, sodass nicht bereits eine Gruppe mit ihrer Präsentation fertig ist und die Schülergruppe weiter gehen möchte und es so zu Staus vor den einzelnen Plakaten kommt. Da wir immer eine Phase doppelt belegt hatten, konnten die wandernden Schülergruppen gut verteilt werden. Zusätzlich benötigen die Schüler einen Protokollbogen, auf welchem sie ihre Ergebnisse schriftlich festhalten können. Diesen könnt ihr als Lehrkraft vorher selbst erstellen oder einfach bei wenig Zeit ein Muster an der Tafel vorgeben. Akustische Signale helfen hier außerdem beim Wechsel der einzelnen Gruppen bzw. Phasen.

Mein Fazit

Möchte man die einzelnen Phasen der Französischen Revolution den Schülern näher bringen, macht eine Aufteilung in die einzelnen Phasen durchaus Sinn. Hier kann man sich gut an dem Material in diversen Schulbüchern bedienen. Wichtig ist, dass ihr euch vorher genau in das Material einarbeitet und mögliche Schwierigkeiten antizipiert und ggf. Hilfestellungen anbietet. Da die Auswertung in verschiedenen Materialtypen bestand, müssen die Schüler gleich mehrere Kompetenzen abrufen: Sorgt dafür, dass die Gruppen hier möglichst divers eingeteilt werden und dass die Schüler mit zusätzlichen Methodenblättern oder Kompetenzrastern Hilfestellung bekommen, um das Material entsprechend auswerten zu können.

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👥 Lasst mir doch gerne euer Feedback da, was ihr von diesem Vorschlag haltet oder wie ihr das Thema durchgeführt habt 😊

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