Fachliches

Geschichtsarbeiten entwickeln – Wie kann ich vorgehen?

Ich erinnere mich noch genau daran, wie ich damals, noch im Referendariat, vor meiner allerersten Planung einer Geschichtsarbeit stand. Die mich beherrschende Frage in meinem Kopf war: Wie soll sie aufgebaut sein? Und auch: Was soll thematisch alles rein und was nicht? Falls ihr euch auch gerade mit solchen oder ähnlichen Fragen beschäftigt, dann wünsche ich euch nun ganz viel Spaß mit diesem Artikel 😊 Hier möchte ich euch vor allem meine Art der Konzeption von Geschichtsarbeiten vorstellen.

Die Basis

In meinen Geschichtsarbeiten bildet die Basis immer eine Quelle. Das können schriftliche Quellen, Bildquellen, Karikaturen, Plakate etc. sein. Zudem sind auch Karten, Statistiken, Tondokumente oder Filmsequenzen möglich.

In den unteren Jahrgangsstufen (5/6) binde ich bereits ab der zweiten Geschichtsarbeit konkret Quellen ein, weil die Schüler dann bereits fragen- und aufgabengeleitet ihrem Niveau entsprechend damit arbeiten können. Hier helfen mir vor allem meine Methoden- bzw. Kompetenzraster, wozu ich noch einmal einen gesonderten Beitrag veröffentlichen werde.

Um diese Basis wird nun meine Geschichtsarbeit aufgebaut. Dazu gebe ich eine historische Frage zu Beginn der Arbeit vor, welche mithilfe der Quellenarbeit dann beantwortet werden soll.

Grundsätzlicher Aufbau

Damit die Schüler nicht gleich zu Beginn von den Aufgaben verschreckt werden und einen leichten Start in die Arbeit haben, beginnt jede meiner Arbeiten im AFB I (Anforderungsbereich). Dieser ist auf Reproduktion der gelernten Kenntnisse und Fähigkeiten angelegt. Hier wenden die Schüler ihre geübten Arbeitstechniken an, indem sie bspw. den Inhalt der Quelle wiedergeben oder eine äußere Quellenkritik anstreben.

Danach finden sich vertiefende Aufgaben in der Klassenarbeit. Diese können entweder direkt zur Quelle sein oder darüber hinaus gehen. In den unteren Klassen suche ich mir speziell Quellen aus, die bereits weitere im Unterricht behandelte Themen anschneiden, sodass ich dazu im Vertiefungsbereich Aufgaben stellen kann. Hier sind nun also die Transferleistungen der Schüler gefragt und somit befinden wir uns im AFB II. Wenn z. B. in der Quelle kurz das Leben der Juden im Mittelalter angesprochen wird, jedoch darauf nicht der Schwerpunkt der Quelle liegt, kann man in einer weiterführenden Aufgabe darauf Bezug nehmen und bspw. mit dem Operator „erklären“ arbeiten, indem die Schüler darauf das Leben der Juden im Mittelalter erklären sollen. Hier können sie dann auf ihr Hintergrundwissen zurückgreifen.

Selbstständiges und problemlösendes Denken erfordert gegen Ende der AFB III. Hier fordere ich die Schüler dazu auf, Stellung zu einem historischen Sachverhalt zu nehmen. Je nach Alter der Schüler kann man sie ein Sach- oder ein Werturteil fällen lassen. In den unteren Klassen fallen Werturteile den Schülern noch viel leichter und in höheren Jahrgangsstufen sind durchaus auch Sachurteile von Belang, in denen die Schüler auf ihr historisches Kontextwissen zurückgreifen können.

Fazit

Fassen wir nun einmal zusammen, was ihr aus diesem Artikel mitnehmen solltet: Meine Geschichtsarbeiten sind um eine Quelle herum aufgebaut, welche mit einer historischen Frage versehen, im Zentrum der Untersuchung steht. Um sie herum baue ich sämtliche Aufgaben mit allen AFBs auf.

Ich hoffe nun, dass ich euch etwas inspirieren konnte 👩🏼‍🏫

👥 Wie baut ihr eure Geschichtsarbeiten auf? Lasst es mich in den Kommentaren wissen ⬇️

Es grüßt euch,

cropped-image-1.pngLehrer-Momente

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