Fachliches

Konzeption von Bewertungsbögen

Wie die meisten von uns stecke auch ich momentan in einem Korrekturmarathon. Gerade zu Beginn meiner allerersten Korrekturen war ich mir noch sehr unsicher, wie ich möglichst transparente und für mich praktikable Bewertungsbögen erstellen konnte. Soll ich Punkte verteilen? Wenn ja, wie viele? Sollen es lieber nur Zeichen sein? In welcher Differenzierung dann? Fragen über Fragen häuften sich da.

Vor allem im Fach Deutsch oder anderen sprachlichen Fächern ist die Bewertung von komplexen Schülertexten nicht immer so leicht zu beurteilen. Reicht da eine einfache Punkteskala überhaupt aus? Ich möchte euch daher heute meine Art der Bewertung vorstellen, die für mich persönlich sehr praktikabel ist.

Vorteile von Bewertungsbögen 

Generell wird durch die Arbeit mit Bewertungsbögen der Prozess der Leistungsbewertung für den Lehrer, aber auch für die Schüler transparenter. Gleichzeitig bedeutet dies, die erwartbaren Leistungen in einer Klassenarbeit in einzelne Teilleistungen zu zergliedern. Somit findet automatisch eine Systematisierung statt.

Allgemeine Kriterien für Bewertungsbögen

Wenn ich eine Klassenarbeit erstelle, erstelle ich meistens in einem Atemzug auch den entsprechenden Bewertungsbogen. So stecke ich für mich automatisch auch die inhaltlichen und formalen Erwartungen genau ab. Da Bewertungsbögen in erster Linie Gebrauchstexte sind, sollten sie auch als solche behandelt werden. Dementsprechend müssen sie sprachlich nicht besonders ausgeklügelt sein, sondern sollten für Schüler übersichtlich und praktisch gestaltet werden, damit sie sich diese auch durchlesen. Stichworte genügen hier also völlig.

Wie genau bewerten? – Bepunktung, Zeichensystem usw.?

Für meine Klassenarbeiten nehme ich sehr häufig eine Gewichtung mit einem einfachen Punktesystem vor: 3, 2, 1, 0 Punkte

Als Zeichen könnte man ebenso nehmen: ++, +, o, –

Beide Varianten sind nicht zu komplex und bilden schnell die erreichten Leistungen bzw. Teilleistungen der Schüler ab. Die einzelnen Aspekte werden dementsprechend in einer unterschiedlichen und gleichzeitig übersichtlichen Gewichtung dargestellt. Selbst bei komplexen Schülertexten greift diese Variante der Bewertung sehr gut. Natürlich lässt sich das Bewertungssystem auch noch viel feiner unterteilen, indem man noch mehr Punkte verwendet als nur bis 3. Wichtig ist hier, dass man immer bei einer geraden Anzahl bleibt, also bspw. 5, 4, 3, 2, 1, 0.

Weitere Merkmale beim Aufbau

Grundsätzlich sind alle meine Bewertungsbögen in zwei große Teilbereiche unterteilt: Eine inhaltliche und eine sprachliche Leistung. Zu inhaltlichen Leistung zähle ich alle erforderlichen Leistungen, die inhaltlicher Art sind, logischerweise. Dies können zum Beispiel Analyse- oder Interpretationsergebnisse sein. Diese liste ich dann stichwortartig im Bewertungsbogen auf. Zu den sprachlichen Leistungen zählt dann vor allem die sprachliche Beschaffenheit des Schülertextes. Wurden viele Satzverknüpfungen benutzt? Sind die Sätze grammatikalisch korrekt? Wurden wenig Rechtschreibfehler gemacht? usw.

Ergänzend zu diesen Punkten lasse ich immer noch in einer Tabelle eine Spalte für zusätzliche Bemerkungen frei. Hier kann ich genauere Kommentare zu den einzelnen Teilleistungen der Schülertexte abgeben, um so noch differenzierter eine Rückmeldung geben zu können. Gleichzeitig mache ich die Bewertung dem Schüler so noch transparenter.

 

👥 Wie erstellt ihr eure Bewertungsbögen? Was ist euch besonders wichtig? Was fiel euch gerade zu Beginn eurer Lehrerkarriere schwer? Lasst es mich wissen 😊

Es grüßt euch,

cropped-image-1.pngLehrer-Momente

 

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