Fachliches

Partner-Briefing in der Oberstufe

Ich möchte euch heute eine Idee vorstellen, wie man in der Oberstufe auch mal gut Themen in dem doch recht vollen thematischen Plan aufteilen kann, sodass dennoch alle gut informiert sind. Momentan habe ich noch einen minimalen Überhang aus dem letzten Semester, was ich nicht schlimm finde, weil ich gerade die ersten beiden Rahmenthemen als recht komplex und umfangreich erachte und da lieber ordentlich die Grundlagen legen möchte. Damit aber meine Schüler ein möglichst breit gefächertes literarisches Überblickswissen bekommen, habe ich in den letzten Stunden ein Partner-Briefing vorbereitet. Was genau das ist und wie ich vorgegangen bin, möchte ich euch hier beschreiben.

Was ist ein Partner-Briefing?

Grundsätzlich geht es dabei um Partnerarbeit, wie es das Wort schon vermuten lässt. Dennoch ist es eine spezielle Form der Partnerarbeit, da erst einmal alle Schüler einzeln arbeiten und sich in ein Themengebiet einarbeiten müssen. Danach informieren sie sich gegenseitig über das, was sie erarbeitet haben.

Welche Fähigkeiten werden trainiert?

Die Schüler üben sich darin, die von ihnen erarbeiteten Informationen gut verständlich mündlich ihrem Partner zu vermitteln. Damit sie dies können, müssen sie sich intensiv mit dem Material beschäftigen, gut und strukturiert sprechen und auf der anderen Seite auch zuhören können. Ihnen muss klar sein, dass sie für das Wissen bzw. Lernen ihres Partners zum Teil mit verantwortlich sind. Somit wird von ihnen mehr Eigenverantwortlichkeit und Verantwortung eingefordert.

Wie sah mein Vorgehen aus?

Thematisch wurde das Briefing in die „Synästhesie und Religiosität in der Romantik“ eingebettet. Zuvor hatten wir bereits gemeinsam ein Gedicht genauer analysiert und interpretiert. Nun sollten sie ihre darin erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten anhand eines weiteren Gedichtes mit einem anderen thematischen Schwerpunkt anwenden. Somit wählte ich zwei Gedichte aus, die recht konträr waren, aber dennoch Vergleichsaspekte enthielten, sodass am Ende ein gemeinsamer Vergleich möglich war. Während der Einzelarbeitsphase stand ich unterstützend zur Seite und half, wo meine Hilfe angefordert wurde. Nachdem eine intensive Auseinandersetzung erfolgt war, schrieb ich meinen Schülern an das Activeboard das weitere Vorgehen an, damit dies die ganze Zeit über präsent war. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass man für ein gelungenes Briefing fast eine gesamte Doppelstunde veranschlagen kann.

Der Ablauf nach der Einzelarbeit sah dann wie folgt aus:

  • In die Mitte des Raumes wurden Tische aufgebaut, sodass sich die Schüler gegenübersitzen konnten (Scherzhaft meinte ich noch, dass es wie beim Speed-Dating aussehen würde, aber genauso kann man sich die Tischanordnung vorstellen.).
  • Nachdem sich die Partner gefunden hatten, musste Partner A beginnen, die Arbeitsergebnisse vorzutragen. Am Ende konnte Partner B Nachfragen stellen und sollte den Inhalt dessen, was er notiert und verstanden hatte, noch einmal mündlich zusammenfassen.
  • Nun war Partner B an der Reihe.
  • Die gemeinsame Aufgabe bestand im Anschluss darin, einen Ergebnisvortrag vorzubereiten und nach Gemeinsamkeiten als auch Unterschieden zu suchen und die Quintessenz herauszufiltern (–> Was möchte ich mir nun längerfristig merken?)

Wie kam das Partner-Briefing an?

Während der Phase des Briefings kam ich mir zwischendrin immer wieder recht überflüssig vor: Alle Schüler waren involviert, sprachen über das Thema, tauschten sich aus und machten sich Notizen. Es war eine absolut konzentrierte und produktive Arbeitsatmosphäre spürbar, wie ich sie selten erlebt hatte. Dennoch sollte man auch hier als Lehrkraft immer wieder helfend zur Seite stehen, falls doch Fragen auftreten könnten. Nichtsdestotrotz ist der zeitliche Aufwand nicht zu unterschätzen, wenn man wirklich eine intensive Auseinandersetzung mit den Gedichten wünscht (von AFB I-III war alles vertreten). Dennoch kann ich euch nur ermutigen, es einmal auszuprobieren! 

 

➡️ Für nähere Informationen zur Methode schaut hier vorbei: Methoden für den Unterricht (Wolfgang Mattes)

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