Tipps aus der Praxis

Nicht nur negatives Verhalten maßregeln – Eine Idee für die Integration der positiven Verstärkung und mehr Transparenz

Viele von uns kennen es: Häufig fallen uns diejenigen Schüler auf, die sich in erster Linie durch negatives Verhalten bemerkbar machen. Sei es, dass sie dazwischen rufen, andere Mitschüler ärgern, den Lehrern gegenüber unhöflich sind, den Klassenraum verschmutzen etc. Ich denke, dass jedem von euch dort die ein oder andere Situation einfallen wird.

Positive Verstärkung ist auch wichtig

Dennoch bestärken wir viel zu selten diejenigen Schüler, die sich vorbildlich verhalten. Wenn es passt, wird hie und da mal eine positive Bemerkung eingestreut, aber leider bleibt es häufig dabei. Ich musste es selbst zu beginn meiner Schulkarriere feststellen, dass ich mehr damit zu tun hatte, negatives Verhalten zu maßregeln, bis ich mich intensiver mit dem Thema Classroom Management befasst habe. Eine positive Verstärkung ist für alle Schüler wichtig, fühlen sie sich dann in ihrem Verhalten bestärkt und können weiterhin auf diesem Pfad wandern.

Doch wie sollen sie es wissen, wenn sie es nicht im Idealfall jede Stunde vor Augen geführt bekommen? Im schlimmsten Fall haben diese Schüler irgendwann keine Motivation mehr, sich regelkonform zu verhalten und schlagen eventuell ins Gegenteil um. Damit dies nicht passiert, hatte ich mich bereits in anderen Artikeln mit Formen der positiven Verstärkung beschäftigt. Einerseits stellte ich einen Erwartungskatalog auf und andererseits führte ich das System der Lobkarte ein.

Optimierungen müssen her

Ich war bis vor Kurzem auch sehr zufrieden mit meinem System. Dennoch empfand ich es als mühselig, bei Verwarnungen jeden Namen an die Tafel zu schreiben. Wenn ich Stempel verteilen wollte, bin ich meistens gegen Ende der Stunde kurz rumgegangen und habe sie verteilt. Das kostete mich aber Zeit und so ganz zufrieden war ich damit dann doch nicht mehr. Ich wollte es noch effizienter gestalten. Also suchte ich bei Pinterest nach Ideen und wurde schnell fündig. Ich bastelte mir mehrere Schilder, die ich nun einlaminiert und miteinander verbunden in der Klasse aufhängen kann. Jeder Schüler bekommt seine eigene Klammer mit seinem Namen drauf. Die Schilder sehen so aus:

IMG_1051

Wie das System nun funktioniert

Zu Beginn der Stunde starten alle Schüler mit ihren Klammern im positiven grünen Bereich, da sie bis dahin noch alle meine Erwartungen erfüllen.

Sollten sich abzeichnen, dass sie sich immer vorbildlich verhalten, wandert ihre Klammer nach oben und sie können mit ihrer Lobkarte nach der Stunde zu mir kommen und sich einen Stempel abholen.

Sollten sie meine Erwartungen nicht erfüllen, wandert ihre Klammer weiter nach unten.

Das Ganze ist so konzipiert, dass sie auch genau wissen, welche Konsequenz aus ihrem Verhalten folgt und wie sie zu handeln haben. Somit findet sich mein Erwartungskatalog nun auch sehr transparent im Klassenraum selbst wieder. Es sorgt für eine Menge Struktur und vor allem Transparenz. Die Schüler wissen sofort, wo sie dran sind.

 

Viel Spaß damit und lasst mich wissen, was ihr von der Idee haltet 😊👩🏼‍🏫

8 Kommentare zu „Nicht nur negatives Verhalten maßregeln – Eine Idee für die Integration der positiven Verstärkung und mehr Transparenz

    1. Ich habe mehrere 6. Klassen und die nehmen es noch erstaunlich gut an 😊 Alles eine Sache, wie man es verkauft 😉 Ich gebe aber zu, dass man für die höheren Klassen noch eine Alternative benötigt. Ich arbeite daran 😊

      Gefällt mir

      1. Die Frage ist vielleicht auch, wie man langsam aber sicher ein solches System in den folgenden Klassen erfolgreich ausschleicht, weil man letztendlich ja als Ziel hat, dass sie es auch ohne ein solches System auf die Reihe bekommen, je älter sie werden.

        Gefällt mir

      2. Das sowieso. Es ist jedoch immer sehr stark klassenabhängig, wann sie so weit sind. Da ich an einer Gesamtschule arbeite, lerne ich eine große Bandbreite kennen und manchmal brauchen sogar noch Oberstufenkurse die ein oder andere Orientierung, wie sie sich zu verhalten haben. In meiner 6. Klasse hingegen funktioniert Vieles auch schon ohne großes Lenken, wiederum in meiner Realschulklasse muss noch stark darauf geachtet werden. Aber ja, das Ziel ist klar, da stimme ich zu 🙂

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s