Hintergründe und Theoretisches

Eine gute Klassenzimmerorganisation – Der Raum als dritter Pädagoge

Teil 3 der Reihe für einen gelungenen Start in ein erfolgreiches Classroom Management

Wenn ich nicht gerade in meinem eigenen Klassenraum unterrichte, sehe ich so einige Räume, bei denen sich mir die Nackenhaare aufstellen: Kahle Wände, keine klar erkennbare Sitzordnung, keine Visualisierungen an den Wänden, das Pult besteht aus dem Tisch, nichts ist darauf verstaut. Klassenregeln gibt es entweder nicht oder sie hängen irgendwo im Klassenraum, sind kaum zu sehen und von den Schülern werden sie sowieso nicht beachtet. Manchmal sind es gerade diejenigen Kollegen, die sich dann über das Verhalten in ihrer Klasse beschweren. Sie sehen anscheinend nicht den Zusammenhang zu ihrer Organisation im Klassenzimmer.

Wie man es besser machen kann und warum eine gute Struktur den Zielen des Classroom Managements entgegenkommt, erfahrt ihr nun in diesem Beitrag.

Die ersten Überlegungen

  1. Bei jeglicher Einrichtung des Klassenraumes solltet ihr immer eure Schüler im Blick haben. Deswegen solltet ihr schon vorher, wenn möglich, Vorabinformationen zu euren Schülern sammeln. Das hilft bei der Einrichtung.
  2. Verkehrsreiche Straßen beachten: Damit sind diejenigen Wege und Plätze gemeint, die häufig von Schülern begangen werden. Haltet sie von Taschen, Rucksäcken etc. frei, um im Falle des Falles möglichst schnell vor Ort sein zu können.
  3. Richtet eure Materialecken so ein, dass sich davor keine unnötigen Staus bilden können. Diese könnten nämlich zu Unruheherden führen, was wir möglichst verhindern wollen.
  4. Struktur überlegen: Schaut euch euren Raum in Ruhe an, legt euch bspw. eine Skizze an und überlegt euch vorher ganz genau, wo was stehen soll. Räumt den Raum auch ggf. um und verseht wichtige Ecken mit Visualisierungen.

Die Sitzordnung

Es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten, eine Sitzordnung zu bilden. Überlegt euch vorher, ob ihr lieber Gruppentische oder Einzeltische wollt: Lieber eine U-Form (sehr kommunikativ) oder eine Reihenform. Ich finde Einzeltische immer sehr praktisch, weil man sie schnell in eine andere Ordnung bringen kann. Habt ihr eine eher unruhige Klasse, würde ich eine U-Form oder Gruppentische nicht empfehlen, weil diese Formen eine erhöhte Kommunikationsbereitschaft herstellen und es so schneller zu Störungen führen kann. Einzeltische in Reihen hintereinander bieten sich hier mehr an. Sollte sich die Klasse dann sozial gut entwickeln, kann man diese Sitzordnung immer noch verändern.

Wände und Tafeln

Überfrachtet diese nicht. Auch hier sollte eine klare Struktur herrschen. Da ich in meinem Klassenraum eine relativ große Pinnwand habe, musste ich mir vorher überlegen, wie ich sie mir am besten einteile. So habe ich folgende Unterteilungen vorgenommen:

  1. Aktuelles (Hier werden Zettel angepinnt, die aktuell wichtig sind, z.B. AG-Angebote oder die Hausaufgabenbetreuung.)
  2. Stundenplan und der Jahreskalender (Unser Stundenplan hängt groß genug an dieser Pinnwand und auch ein Jahreskalender ist dort, um alle anstehenden Klassenarbeiten eintragen zu können. So haben die Schüler immer einen Überblick.)
  3. Dienste (Alle Klassendienste werden regelmäßig jede Woche neu eingetragen und sind so für jeden immer sichtbar.)
  4. Geburtstagskalender und laminierte Karte mit dem aktuellen Geburtstagskind (Natürlich haben wir auch einen Geburtstagskalender, auf dem sich die Schüler am Anfang des Schuljahres eingetragen haben. Aktuelle Geburtstagskinder bekommen auf einer laminierten Karte einen Ehrenplatz.)
  5. Klassenregeln (Extra abgegrenzt und möglichst groß hängen dort unsere gemeinsam erarbeiteten Klassenregeln.)
  6. Wandzeitung für den Klassenrat (Das ist unser Dreh- und Angelpunkt für den Klassenrat. Hier schreiben die Schüler ihre Anliegen auf.)

 

Hier erhaltet ihr nun ein paar Eindrücke aus meinem Klassenraum (Einiges befindet sich immer mal wieder in Veränderung und wird an unsere aktuelle Situation angepasst.) In den nächsten Tagen werde ich dann weitere Bilder hier ergänzen.

IMG_0025
So sah die Pinnwand zu Beginn des Schuljahres aus. Sie wurde natürlich stetig ergänzt und ist nun schön gefüllt. Ein aktuelles Bild folgt.

 

 

Im nächsten Beitrag wird es dann praktischer: Möglichkeiten der Klassenraumaufteilung, praktische Tipps usw. werden folgen.

3 Kommentare zu „Eine gute Klassenzimmerorganisation – Der Raum als dritter Pädagoge

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