Hintergründe und Theoretisches

Je „schwieriger“ die Klasse – desto wichtiger der Start

Teil 2 der Reihe: Wie bereite ich mich nun gut vor? Wie werde ich zum Classroom-Management-Experten und warum muss ich mich überhaupt gut vorbereiten? All das wird jetzt geklärt.

1.) Kontakte zum Vorlehrer herstellen

Dieser kann einem wichtige Informationen über die Klasse preisgeben. Beispielsweise kann er über besonders herausfordernde Schüler berichten, über die Eltern, das Leistungsvermögen der Klasse etc.

2.) Über die Eltern informieren

Hiermit wären wir auch schon beim zweiten Punkt. Sehr wichtig sind die Eltern. Man sollte vor allem wissen, ob es besonders „herausfordernde“ Eltern gibt, zu denen man gleich zu Beginn eine möglichst gute Beziehung aufbauen sollte, um sie im Boot zu haben. Denn ohne eine gute Elternzusammenarbeit läuft es nun einmal nicht besonders gut.

3.) Leistungsvermögen und sozial-emotionale Aspekte

Nicht zu vergessen sind diese beiden Punkte. Das Leistungsvermögen kann dann besonders wichtig werden, wenn man sich bspw. für einen Sitzplan entscheidet: Wie setze ich meine Schüler? Setze ich leistungsstärkere mit leistungsschwächeren zusammen? Aber auch: Welcher Schüler sollte weiter vorne sitzen, weil er besonders herausfordernd ist? Wie sieht die Klassendynamik im Allgemeinen aus? Gerade für Gruppenarbeiten ist das ein nicht zu unterschätzender Faktor.

Je >>schwieriger<< eine Klasse ist, desto mehr muss sich der Lehrer gerade zu Beginn um ein stringentes Classroom-Management kümmern. (Eichhorn 2015: Classroom-Management, Klett-Cotta)

Wie gehe ich nun vor?

Gleich zu Beginn kläre ich immer die Erwartungen an meine Schüler. Dazu habe ich schon zwei Varianten ausprobiert: Zuerst hatte ich ein Wandplakat mit den zentralsten Erwartungen in der Klasse aufgehängt. So wussten sie immer, was von ihnen erwartet wird. Hier wurden auch gleich die möglichen Konsequenzen aufgelistet, wenn sie meine Erwartungen nicht erfüllen, aber auch wenn sie diese besonders gut erfüllen. Das sorgte für eine gute Transparenz. Weiterhin händige ich meinen Schülern zu Beginn des Schuljahres Zettel aus, auf denen alles ganz genau erklärt wird. Seien es die Erwartungen, mögliche Abläufe im Klassenraum, vergessene Hausaufgaben etc. All das finden sie auf diesen Zetteln und heften es in ihre Mappen. So können sie immer wieder nachschlagen, wenn sie Fragen haben.

Wandplakat
So kann ein mögliches Wandplakat aussehen. Dieses hier entstand relativ zu Beginn meiner Lehrerlaufbahn, als ich es mit einer herausfordernden 9. Klasse zu tun hatte. Es soll lediglich als mögliche Anregung dienen.

Verfahrensabläufe einüben

Danach werden sämtliche Verfahrensabläufe geübt. Als Beispiel kann ich hier meine eingeführten IN- und OUT-Boxen nennen. (Artikel hierzu zu finden unter der Kategorie „Selbstorganisation“) Diese habe ich mit meiner Klasse so eingeführt, dass jeder einen Rückläuferzettel an mich in die entsprechende Box legen musste. Hier muss man besonders darauf achten, wie sie diese Zettel dort hineinlegen. Damit meine ich, dass es um das Verhalten am Pult geht. Schupsen oder Drängeln sollten sofort unterbunden werden. Möglich ist es an dieser Stelle, den Ablauf sofort zu unterbrechen, danach zu fragen, warum man ihn unterbrochen hat und alles zu wiederholen. So wird gleich das richtige Verhalten eingeübt.

Kleine Fortschritte positiv rückmelden

Kleine Fortschritte der Schüler sollten sofort positiv mit Lob versehen werden. Dabei sollte man sich immer wieder selbst erinnern, dass es um wirklich kleine Fortschritte geht und man möglichst oft eine positive Rückmeldung geben sollte. Es wirkt häufig wahre Wunder und führt so zu einer guten Beziehung zu den Schülern!

Störungen sofort unterbinden

Ab jetzt gilt es, immer darauf zu achten, dass alle Erwartungen, Standards, Verfahrensabläufe etc. stringent eingehalten werden. Mögliche Störungen sollten sofort unterbunden werden. Gerade bei der Unterrichtsvorbereitung ist es zusätzlich lohnenswert, potentielle Störungen zu antizipieren, um schlichtweg vorbereitet zu sein.

Mein Fazit lautet daher: Auf einen gut durchdachten und organisierten Start kommt es an!

Weiter geht’s in nächsten Teil mit der Frage, wie ich mein Klassenzimmer möglichst gut nach den Zielen des Classroom-Managements organisiere.

4 Kommentare zu „Je „schwieriger“ die Klasse – desto wichtiger der Start

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